2009
Rückblick vom Faetzig Camp 2009
Das diesjährige Faetzig Camp fand vom 12.06. – 14.06.2009 im Geheeger Bad in der Nähe von Rothenburg statt. Schon im Vorfeld kamen einige Bürger_innen von Geheege und Rothenburg auf die Organisator_innen zu und bekundeten ihr positives Interesse an. Sie freuten sich sehr, dass das Faetzig Camp in ihrer Gegend stattfindet und boten ihre Unterstützung an.
Vor allem die Stadt Rothenburg, der Bauhof Rothenburg und die Agrarproduktion Rothen-burg setzten alles in Bewegung, um das Gelände nutzbar zu machen. Die Kulturinsel Einsiedel, einige regionale Baumärkte, Marktfrisch und die Zimmerei und Holzbau GmbH „Kero“ stellten Baumaterialien kostenlos zur Verfügung, die zum Aufbau des Camps sehr nützlich waren. Weitere Unterstützung erhielten die Organisator_innen vom Bauhof Rietschen, vielen Vereinen und Einzelpersonen. Die Sächsische Zeitung veröffentlichte am Freitag einen Artikel zum Faetzig Camp.
Nach dem Aufbau am Freitag startete das Camp mit ca. 150 Besucher_innen mit dem Konzert der Band LSS und dem Film „Uranium – is it a country?“, welchen die Grüne Jugend Görlitz zur Verfügung stellte. Einige Teilnehmer_innen verteilten in Geheege und Rothenburg Informationen zu den neonazistischen Veranstaltungen in der Gaststätte „Zur deutschen Eiche“, dessen Besitzer der NPD-Stadtrat Steffen Hentschel ist. Woraufhin einige Geheeger_innen auf das Camp kamen und sich für diese Informationen bedankten. Sie äußerten sich positiv zum Faetzig Camp und wünschten sich, dass das Camp auch in den nächsten Jahren weiterhin in ihrer Region stattfinden soll. Sie informierten sich über die Angebote auf dem Camp und freuten sich über die gebaute Brücke und Rutsche am Geheeger Bad.
Am Samstag gab es Workshops zu verschiedenen Themen wie beispielsweise Biopiraterie, Antisexismus, Homophobie und Männlichkeitskult im Fußball, ein Planspiel zum Thema „Abschiebehaft“ und den brasilianischen Kampftanz Capoeira, die bei den Teilnehmer_innen auf großes Interesse stießen. Des Weiteren konnten die Besucher_innen einfach auf der Wiese sitzen und über verschiedene Themen diskutieren, Fußball oder Volleyball spielen oder sich am Büchertisch über aktuelle Themen informieren. Die vielen Kinder planten am Nachmittag eine Zirkusvorführung mit Jonglage und Orchester und führten diese am Abend vor begeisterten Besucher_innen erfolgreich auf. Es kamen auch einige ortsansässige Bürger_innen vorbei, um sich das „bunte Treiben“ anzuschauen und staunten über die Vielfalt auf dem Faetzig Camp.
Am Abend spielten drei musikalisch verschiedene Bands (von Salsa Rhythmen bis Punkrock) und im Zelt mit Elektromusik sollte Mensch bis in den Morgen tanzen können, wenn sich die Polizei an ihre mit den Organisator_innen abgesprochene Strategie gehalten hätte. Die Beamt_innen der Polizei versuchten mit dem Grund der angeblichen Ruhestörung die positive Stimmung im Camp zu verändern. Mit massiver Präsenz fuhren sie ab 20.00 Uhr rund um das Campgelände und teilweise auf die gemieteten Flächen, auf denen sich eine nicht unerhebliche Anzahl an Kindern befand. Auch nach Verhandlungen mit dem Einsatzleiter PHK Müller wurde diese Art von Provokation nicht eingestellt. Sie erzählten den Verantwortlichen des Camps, dass sie die Camper_innen vor eventuellen Übergriffen der Besucher_innen der Gaststätte „Zur deutschen Eiche“ in Geheege schützen wollen. Die Frage, die sich dabei stellte, ist, warum sie sich nicht rund um die Gaststätte aufhielten, sondern rund um das Campgelände. Ab 23.00 Uhr drängten sie auf Ruhe im Camp, obwohl eine Ausnahmegenehmigung vorlag. Des Weiteren wurden zwei verantwortliche Mitorganisator_innen, wovon eine auch den persönlichen und telefonischen Kontakt zum Einsatzleiter Müller hielt, in einer Verkehrs- und Personalkontrolle auf das massivste durchsucht, wobei eine von ihnen zusätzlich einen Drogen- und Alkoholtest über sich ergehen lassen musste. Außerdem wurde die Profiltiefe der Autoreifen geprüft.
Ist dies wirklich eine Art von Schutz? Den Organisator_innen kam es wie eine große Schikane vor und sie sind sehr traurig, dass sich die positive und faetzige Stimmung nicht auf die Polizei ausgewirkt zu haben scheint. Sie hoffen, dass dies im nächsten Jahr besser gelingt.
Die Organisator_innen bedanken sich bei allen Mitwirkenden, Unterstützer_innen, Kooperationspartner_innen, Referent_innen, Besucher_innen und nicht zuletzt den Bürger_innen aus Geheege für ihr Engagement und die positiven Einstellungen und Rückmeldungen zum Faetzig Camp.
Görlitz, 18.06.2009
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Freitag
20.00 Uhr
Eröffnungsplenum
21.00 Uhr
Film ab!
Uranium – is it a country? und Let’s make money
Filmvorführung in Kooperation mit der Grünen Jugend Görlitz
“Uranium- is it a country?- eine Spurensuche nach der Herkunft von Atomstrom”. Ein Film für die NutzerInnen von Atomkraft in Europa, die häufig nicht wissen, welche Risiken der Uranabbau mit sich bringt.
Australien hat die weltweit größten Uranvorkommen und dient als Beispiel dafür, woher das Uran kommt, wo es hingeht und was davon übrig bleibt.
Der Film wurde von der unabhängigen Initiative “Strahlendes Klima” mit Unterstützung von der BUNDjugend, FoE Melbourne und diesen weiteren Unterstützern erstellt.
Ende November 2008 feierte unser Film Premiere in Berlin. Er tourt momentan durch ganz Deutschland und wird auch in vielen anderen Ländern gezeigt.
nukingtheclimate.com
ab 21.00 Uhr
Konzerte/Musik
LSS
Hip Hop / Electro / Ambient www.myspace.com/lssrecords
Samstag
11.00 – 13.00 Uhr
Capoeira Workshop
Capoeira fördert die körperliche, geistige, musische und moralische Entwicklung von jedem, der bereit ist, sich darauf einzulassen. Insbesondere die heutige Ausübung von Capoeira verfolgt das Ziel, den kulturellen und internationalen Austausch zu fördern und interdisziplinäre und integrative Projekte mit allen Altersgruppen zu verwirklichen. Capoeira ist die Waffe des Schwächeren, des Ungeschützten, gegen die Macht der Unterdrücker. Die Capoeirista wissen, dass, will man gegen Stärkere siegen, die Anwendung roher Gewalt alleine nicht ausreicht. Es ist wichtig, Intelligenz, Malandragem und Malicia anzuwenden.
www.komische-bewegungen.de.vu
11.00 – 13.00 Uhr
"Häuser, Hütten und Paläste"
Kollektiv selbstverwaltete Häuser mit Raum für Wohnen, Politik und Kultur - ein schöner Traum?
Der Workshop bietet eine kurze Übersicht über Modelle und Möglichkeiten, an Häuser zu kommen und selbst zu verwalten. Es geht um rechtliche und finanzielle Fragen, Vorzüge und Nachteile einzelner Modelle. Im Mittelpunkt stehen beispielhaft die sehr unterschiedlichen Modelle der Wächterhäuser und des Mietshäuser Syndikats. Je nach Interesse können wir dann ins Detail gehen.
Wer schon mal loslesen will, der findet mehr Infos zum
Wächterhauskonzept hier:
; zum
Mietshäuser Syndikat hier
13.15 – 15.15 Uhr
Workshop: Biopiraterie - Aneignung der Natur
Einige Wissenschaftler aus Nicaragua finden auf einer Wiese in der Lausitz Kamille und nehmen ein paar Pflanzen mit, um die Wirkstoffe zu analysieren. Zusammen mit einer Arzneimittelfirma aus ihrem Land entwickeln sie ein Medikament zur Entzündungshemmung und patentieren den Wirkstoff. Der Verkauf von Kamillentee in der Lausitz wird quasi illegal nach internationalem Recht. Die Geschichte erscheint absurd, ist aber in ihrer Umkehrung überhaupt nicht selten. Forscher und Firmen aus dem Norden suchen in den artenreichen Ländern des Südens nach Pflanzen für neue Medikamente und Nutzpflanzen, etwa den Neembaum in Indien. Ihr Ziel ist die Aneignung und die Absicherung ihres Profits durch Patente.
Anhand mehrerer Fällen dieser sogenannten Biopiraterie wollen wir in diesem Workshop analysieren, was Biopiraterie ist, wer die Akteure dabei sind und welche internationalen Vertragswerke diese Praxis absichern. Wir diskutieren, welche Auswirkungen Biopiraterie für die Bevölkerung im Süden hat und welche Handlungs- und Widerstandsmöglichkeiten es gibt.
www.biopiraterie.de
13.15 – 15.15 Uhr
Diskussionsrunde zum Thema:Wohnprojekte (Anspruch und Wirklichkeit)
Viele von uns leben in Wohn- und Kulturprojekten und das nicht nur um eine billige Bleibe zu haben und nicht in einer Einraumwohnung zu vergammeln sondern auch weil verschiedene Ideen, Lebensweisen und Weltbilder verwirklicht werden sollen. Viele reden vom alternativen Leben von Ansprüchen, die an eine Gemeinschaft gestellt werden. Die Umsetzung der Ansprüche und Ideen gestaltet sich natürlich überall anders und dennoch gibt es überall Probleme und Kritik im Zusammenleben und Zusammenarbeiten. Eigentlich sollten der Umgang mit diesen Problemen und eine kritische Betrachtung des eigenen Projektes selbstverständlich sein, leider ist das oft nicht so und es fehlt an Lösungen.
Eine Auseinandersetzung im größeren Rahmen fand dazu bisher nicht statt und deshalb werden in dieser Diskussionsrunde Fragen gestellt, die als Ansatz für eine Diskussion genutzt und gern ergänzt werden dürfen. Die Idee ist zum Faetzig Camp 2009 einen ersten Austausch zu starten, dem vielleicht weitere Treffen, ein weiterer Austausch und vielleicht sogar eine stärkere Zusammenarbeit oder Vernetzung folgen kann.
13.15 – 15.15 Uhr
Workshop: Antisexismus
Die antisexistische Gruppe x_y gründete sich aus der Erkenntnis, dass die Auseinandersetzung um antisexistische Theorie und Praxis zwar kaum widersprochener "Label-Konsens" innerhalb der radikalen Linken ist, aber leider auch derjenige, der am schnellsten im politischen Alltag "hinten runter fällt". Insofern soll die Gründung dieser Gruppe auch als Verdeutlichung einer notwendigen stärkeren Verankerung antisexistischer Inhalte in einer "linken Szene" verstanden werden, wobei das Interventionsfeld jedoch keineswegs darauf beschränkt ist.
Aus dieser Zielstellung ergeben sich verschiedene Schwerpunkte, die zum einen natürlich auf der theoretischen Auseinandersetzung innerhalb der Gruppe liegen, zum anderen auch auf der inhaltlichen Vermittlung und öffentlichen Diskussion, z.B. bei Vorträgen, Workshops und Filmveranstaltungen sowie durch eigene Texte zu den Themen Sexismus, Feminismus, feministische Theorien und Queer Theory, sowie Definitionsmacht und sexuelle Übergriffe.
Und weil das Faetzig Camp Erholung und Spaß verspricht, wird der Workshop zum Thema Sexismus passend dazu wenig anstrengend und sehr unterhaltsam und dabei sowohl für "Einsteiger_innen" als auch "Fortgeschrittenere" interessant. Wie das funktionieren soll?! Lasst euch überaschen und schaut vorbei!
Weitere Infos, Termine, eine Sammlung interessanter Texte und anderes Buntes gibt auf http://ag-x-y.hopto.org
15.30 – 17.30 Uhr
Planspiel "Unerwünscht"
Das Europa der Reichen schottet sich ab. Nur wenigen Menschen aus den ärmeren Teilen der Welt gelingt es dorthin zu gelangen, und ein noch kleinerer Teil schafft es bis nach Deutschland. Wie ergeht es Menschen, die den Fuß auf den Boden der Bundesrepublik setzen,weil sie ein Leben ohne Krieg, Armut und Verfolgung suchen? Dieser Frage will das cartonage-Team mit einem Planspiel nachgehen.
Auf einem Parcours erwarten die Mitspieler_innen all die Hindernisse, die auch Flüchtlingen im Wege stehen: an der Grenze aufgegriffen werden oder Leben in der "Illegalität", Rückschiebung ins Nachbarland oder Asylbeantragung, danach zermürbendes Warten im Asylbewerber_innenheim auf den Ausgang des Verfahrens - das in den seltensten Fällen (ca.2%) mit Gewährung von Asyl endet. Einige werden für eine gewisse Zeit "geduldet", der Rest wird "abgeschoben", einige landen sogar im Abschiebeknast. Für tausende Menschen leider nicht nur ein Spiel, sondern bittere Realität ...
Im Anschluss an das Planspiel gibt es eine Auswertung und Gelegenheit, über die Situation von Flüchtlingen zu diskutieren. Im thematischen Fokus wird das System 'Abschiebehaft' stehen.
15.30 – 17.30 Uhr
Workshop: Homophobie und die Männerbastion Fußball
Gerd Dembowski (Berlin), langjähriger Sprecher des Bündnisses Aktiver Fußballfans (BAFF), Mitglied der AG Fandialog bei DFB/DFL diskutiert zu Homophobie und klassischen Männlichkeitskonstruktionen im Männerfußball. Bröckelt das Fußball-Tabu Homosexualität oder erleben wir nur eine Modernisierung von heterosexuellen Männlichkeitsbildern, damit diese Männerbastion sich erhalten kann? Wie erleben Frauen im Stadion männlich geprägte Hierarchisierungen?
www.gerd-dembowski.de/wordpress
15.30 – 17.30 Uhr
Diskussionsrunde zu d.i.y.
Prinzip versus Föderung und Finanzierungen
18.00 Uhr
Soli-Tombola
19.00 Uhr
Manege frei! (Präsentation der Ergebnisse Kinderspace)
ab 21.00 Uhr
Konzerte/Musik
Staatsboykott
HC/Punk ...nicht Meckern sondern Rotzen... www.myspace.com/staatsboykottriot
Eleanor Lance
Punk Rock ...raus aus dem Sumpf, mein Freund... www.myspace.com/defectman
Marmita Sajona
Flamenco/Reggae/Salsa ...Mischmasch aus spanischer Paella, portugisischem Stockfisch und kolumbianischem Kaffee... www.myspace.com/marmitasajona
Samstag (von 11.00 bis 18.00 Uhr)
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Buttonworkshop
13.000 Vorlagen zum Button selber herstellen oder selbst gemalte Button basteln.
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Shiatsuzelt
Das Ziel von Shiatsu ist es, durch die Berührung des Körpers das physische, emotionale und geistige Wohlbefinden zu fördern und Möglichkeiten der Entfaltung und Entwicklung aufzuzeigen
www.shiatsu-görlitz.de
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Info- und Büchertisch inklusive einem kleinen Workshop zum Thema: "Praktische Tipps zum Verfassen eines Aufrufs bzw. Demorede".
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Kinderkino und Kino für erwachsene Kinder
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Kinderspace Manege frei...,
am Samstag, den 13.06.09 ab 15.00 Uhr, im Kinderspace auf dem Faetzig Camp. Diesjähriges Motto ist Zirkus und Jahrmarkt.
Unter Anleitung und Betreuung finden verschiedene Attraktionen zum mit-, nach- und selber machen statt.
Ihr habt die Möglichkeit euch auszuprobieren in Jonglage, Artistik, Klettern, Schlangenbeschwörung, als Clowns sowie beim Dosen werfen, Glücksrad drehen, Lose ziehen. Zum naschen gibt es Popcorn und Zuckerwatte. Nach dem gemeinsamen Abendessen öffnet der Zirkus seine Türen und dann heisst es: Manege frei,aber DIY!
Des weiteren gibt es für die Kleinsten unter uns ein Ruhe- und Erholungszelt, welches Rückzugs- und Entspannungsmöglichkeiten bietet.
Ausserdem wird es erstmals eine Kinderküche geben, die rund um die Uhr von Euch und Euren Eltern genutzt werden kann.
Wir freuen uns jetzt schon auf Euch und sind gespannt wie ein Flitzebogen, welche Ideen ihr habt und was ihr noch alles mitbringt.