2008
Camp 2008
Faetzig Camp 08 in Ostsachsen
Das Fätzig Camp '08 ist Geschichte...eine schöne Geschichte! Bereits zum 6. mal fand, vom 04.-06. Juli, das Camp in Ostsachsen statt. In einer Region, die sonst eigentlich eher durch Neonazi-Übergriffe und platte Deutsch-, bzw. Schlesientümelei auffällt, haben mal wieder 350 Camper_innen gezeigt, dass ein anderes Campen abseits von Gartenzwerg und Nationalmannschaft möglich ist.
Es gab wieder viele Seminare und Workshops, z.B. zu den Themen Gender, „Autonome“ Nationalisten, Flüchtlingssolidarität mit Cartonage-Vokü, Streetart- und Siebdruck-Werkstatt, Tripod-Aussichtsturm bauen, Infoveranstaltung zu den anderen politischen Sommercamps, Bücher - und Infotische und vieles mehr...
Doch auch Spaß, Vergnügen und Kultur sind auf dem Fätzig-Camp jedes Jahr ein fester Bestandteil. Der Freitag Abend begann mit der Premiere des Films Mexico Magico, bei dem die Regisseurin und zwei mexikanische Aktivisten anwesend waren. Abgerundet wurde das Kulturprogramm durch das Liedermacher-Duo Pseudowas.
Für die vielen Kinder gab es einen eigenen Kids-Space mit seperater Kinder-Vokü und am Samstag eine Schatzsuche und Piratenfest. Auch für die ältere Generation war der extra angelegte Pool mit Rutsche und selbstgezimmerter Hollywood-Schaukel ein Highlight. Dieser wurde besonders während und nach der ausgiebigen Party am Sonntag früh genutzt. Gerockt wurde die Disse dieses Jahr von diversen Punk- und Hardcore-Bands und dem Techno-Soundsystem Pro-Tech aus Dresden.
Ganz nach dem DIY-Gedanken wurden zahlreiche Aktivitäten auf dem Camp selbst organisiert. Hier wollen wir uns bei allen Camper_innen bedanken, die sich zusammengefunden haben um in der Vokü zu kochen, den Camp-Schutz und Einlaß zu machen, die tolle Samstag-Abend Feuershow zu präsentieren und hier und da anzupacken wo es notwendig war. Beim Camp-Abbau gibt es aber bestimmt noch einige Ressourcen ;-)
Positiv zu bewerten ist die rege Beteiligung an dem Samstags-Plenum. Hier ging es unter anderem um den Umgang mit sexistischen Äußerungen auf dem Camp. Die Camper_innen haben dabei eine gemeinsame Entscheidung getroffen, wie mit der Situation umgegangen werden sollte und somit das Camp zu ihrem eigenen Raum gemacht. Es wurde dadurch ein deutliches Zeichen gesetzt, dass Herrschaftsstrukturen wie z.B. Sexismus auf dem Faetzig-Camp nichts zu suchen haben.
Es bleibt zu hoffen, dass das Camp auch in zukünftigen Jahren in Ostsachsen für Menschen einen Freiraum bietet, die jenseits von Konsum-Mainstream und deutscher Normalität nach einer gesellschaftlichen Alternative suchen. Für das nächste Jahr wird angestrebt einen neuen Platz in der Region zu finden, da der Flugplatz Rothenburg nicht die Ideal-Lösung war. Für Tips zu Platzsuche oder bei Interesse das Faetzig '09 mit zu organisieren wendet Euch bitte an die Mailadresse: faetzig_camp at gmx punkt de
http://de.indymedia.org/2008/07/222363.shtml
Plan
Freitag: 17:00 Uhr
Volleyballturnier., organisiert vom Renthaus in Rothenburg.
ab 20:00 Uhr
Filmvorführung "Magisches Mexiko" und anschließende Frage und Diskusionsrunde mit der Macherin des Films, Heike Engel, sowie Poncho (aus Chiapas / Mexiko) und Nahu Rodrìguez Montoya (aus Oaxaca / Mexiko), beides Aktivisten die auch im Film zu Wort kommen.
Mehr Infos (PDF, 300 Kb)
Samstag den ganzen Tag über:
D.I.Y. Stencil-Druckerei
Sprayedshirt-D:I:Y: underground shirt manufactur
Wir sind vier bastelbegeisterte Menschen aus Berlin, die euch gern zeigen möchten, wie ihr recht einfach aus langweiligen Shirts total coole, bedruckte Nikis machen könnt, mit Themen, die euch bewegen. Wir zeigen euch verschiedene Techniken, wie ihr aus Motiven eurer Wahl Schablonen baut und wie ihr sie dann dauerhaft aufs Shirt bekommt. Vielleicht habt ihr ja auch schon eine Motividee und ein paar Shirts zu Hause, die einen schicken, individuellen Druck vertragen könnten, dann bringt diese doch bitte mit zum Fätzig- Camp und probiert euch selbst aus.
Mehr Infos und Kontakt unter:
www.sprayedshirt.com / info@sprayedshirt.com
Siebdruckworkshop
Auch in diesem Jahr wieder da, die D.I.Y.-SiebdruckerInnen vom B-Hof in Chemnitz.
Gender-Glücksrad
Lasst euch überraschen!!!
Bücher und Infotische
König Kurt Infoladen aus der Rudolf-Leonhard-Str.39 Dresden.
Mehr Infos: www.projekte.free.de/koenig-kurt/index.html
Hospi30 Mediathek aus der Hospitalstraße 30 in Görlitz.
Mehr Infos: www.hospi30.de
Workshops am Samstag:
10:00 – 15:00 Uhr
Cartonage Vokü
Vokü.cartonage bietet am Samstag den Workshop „Freiheit geht durch den Magen“ an
Wir sind eine antirassistische Gruppe aus Dresden und wollen in unserem Workshop mit Euch zusammen kochen, essen und über die Lebensbedingungen von AsylbewerberInnen und geduldeten Flüchtlingen in Deutschland ins Gespräch kommen. Die Lebensmittel, aus denen wir eine leckere vegane Mahlzeit zaubern werden, stammen dabei aus der Paketverpflegung von AsylberwerberInnen.
ab 11:00 Uhr
Gender-Workshop (mindest Dauer 3 Stunden mit max. 12 TeilnehmerInnen)
Von Kindesbeinen an lernen wir in einer zweigeschlechtlich geprägten Gesellschaft laufen. „Ist es ein Junge oder ein Mädchen“, ist meist die erste Frage nach der Geburt. Doch gibt es wirklich nur Mann- oder Frausein? Und stimmen viele Klischees und Vorurteile die diesen Geschlechterbildern anhaften?
In diesem eintägigen Workshop bekommt ihr Raum und Zeit über das Thema „Gender“, dem sozialen Geschlecht, zu diskutieren und euch auszuprobieren.
Nach einer Auseinandersetzung mit der eigenen Geschlechtersozialisation widmen wir uns auch dem Thema „Sexismus“, der Diskriminierung aufgrund des Geschlechts oder der sexuellen Ausrichtung. Um aktiv gegen diesen auftreten zu können, ist das Erkennen von subtilem und alltäglichem Sexismus Voraussetzung. Dazu werden wir uns gemeinsam einen Überblick, über die verschiedenen Dimensionen der sexistischen Diskriminierung, erarbeiten.
10:00 – 11:30 Uhr
Vortrag „Autonome Nationalisten“
Der „Schwarze Block“ galt lange Zeit als Phänomen linker Demonstrationen, insbesondere aus dem Antifa-Umfeld. Dass inzwischen jedoch auch Nazis sich dieser und anderer bisher als traditionell „links“ eingeordneter Symboliken und Aktionsformen bedienen, ist eine erst seit wenige Jahren auffällige Erscheinung. Inzwischen werden diese selbsternannten „Autonomen Nationalisten“ nicht mehr nur von Antifa-Seiten thematisiert, sondern auch von bürgerlichen Medien und dem Verfassungsschutz beobachtet.
Der Vortrag zu „Autonomen Nationalisten“ beschäftigt sich u.a. mit der Frage, ob es sich dabei wirklich um ein neueres Phänomen innerhalb der radikalen Rechten handelt. Im Zuge dessen werden theoretische Hintergründe und inhaltliche Schwerpunkte jener autonomen Nazis erläutert. Thematisiert werden außerdem die Tragweite dieser rechten Strömung, sowie deren Verhältnis zur NPD.
Themen einer an den Vortrag anschließende Diskussion können u.a. die Frage sein, wie eine antifaschistische Intervention gestaltet sein muss, die effektiv gegen die Erscheinung der „autonomen Nationalisten“ wirken kann. Damit einher geht mit Blick auf die scheinbare Vereinnahmung vermeintlich linker Symboliken, Inhalte und subkultureller Elemente die Fragestellung, wie linke Standpunkte und Aktionen ausgerichtet sein müssen, ohne Anschlussmöglichkeiten für die radikale Rechte bieten zu können und wo solche Bestrebungen ihre Grenzen haben.
10:30 – 12:00 Uhr
Time to Discus
Diskussionsrunde über den Umgang mit Sexistischen, Rassistischen, Antisemitischen oder anderen dummen Sprüchen innerhalb subkultureller Strukturen.
12:30 – 14:00 Uhr
Überblick über die anstehenden Protestcamps 2008
Der Sommer wird heiß!!!
4 große spektrenübergreifende Protestcamps stehen in diesem Sommer vor der Tür.
Die Ag H.a.n.S. wird euch einen kleinen Überblick geben.
Mehr Infos und Kontakt unter:
ag_hans@gmx.net
www.klimacamp.org
www.camp08.antira.info
www.g8andwar.de
www.bye-bye-nuclear-bombs.gaaa.org
14:30 – 17:00 Uhr
Aktions 1 mal 1
Im Workshop zu Aktions 1x1 wird neben den Grundlagen der Bezugsgruppenarbeit der Umgang mit der Presse geübt. Dabei werden alle Ansichten zur Pressearbeit ("KEINE Presse - ist auch keine Presse!" bis "ja wir haben PressesprecherInnen") undogmatisch ausprobiert. Die Auseinandersetzung zur Arbeitsweise von Journalisten und dem Interesse von Presse an Aktionen bildet dabei den Kern. Zum Abschluss wird im Spiel der Umgang mit Radio- und TV-Reportern geübt.
Ab 17:30 ist der Direct-Action-Space mit folgenden Workshopangeboten offen:
Stencilworkshop mit Poncho aus Chiapas - Mexiko
Poncho lebt in Chiapas und hat im Rahmen verschiedener Projekte u.a. auch in zapatistischen Gemeinden Stencils gemacht, die u.a. die lokalen Kämpfe und die enorme staatliche Repression in Mexiko widerspiegeln.
Ein Teil seiner Werke sollen als Ausstellung auf der Rundreise gezeigt werden. Die Idee ist ein Austausch über autonome Lebensmodelle und die Erfahrungen sozialer Bewegungen in Europa und Mexiko.
Selbstverteidigungsworkshop
in diesem workshop werden einfache und praktische techniken erlernt die es den anwender/innen erlauben sich schnell und effektiv zu verteidigen. dabei spielen die körperlichen voraussetzungen eine untergeordnete rolle.
es geht dabei nicht um ein "sportliches sich messen", sondern um praxisbezogene anwendungen.



















